Aktuelle Meldung

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Die Handschrift kehrt nach Mattheis zurück – Zeitreise ins vorletzte Jahrtausend

Kalligrafie als Auszeit in St. Matthias - weitere Kurse in diesem Jahr

Karolingische Minuskel, Halbunzialen, kleine Federn, spitze Federn, und vieles mehr – mit diesen Begriffen machten sich die TeilnehmerInnen im ersten Wochenendseminar zur Kalligrafie in St. Matthias vertraut.

Sie waren gekommen um eine Auszeit zu nehmen und zwar mit Hilfe der Kalligrafie unter Anleitung von Andreas Armin d´Orfey. Der diplomierte Grafiker lebt nach vielen Stationen heute in Simmern im Hunsrück. „Der Codex Egberti dient uns heute in diesem Seminar als Grundlage“, erzählt er. Es gebe viele verschiedene mittelalterliche Schriften und Schriftstile. Manche seien sehr eng, andere groß und breit angelegt, zum Vorlesen gestaltet oder zum Anschauen mit Goldfarben oder ganz bunt. „Die Kalligrafie, die Kunst des schönen Schreibens, gehört zu den meditativsten Tätigkeiten, die in der Geschichte der Menschheit entwickelt wurden, - ein Aufbruch oder ein Weiterkommen auf dem Weg in die innere Stille.“

Kalligraphie in einem Kloster verbindet den Kurs mit der Tradition der Mönche: „Wenn Worte in eine schöne Schrift gefasst werden, wird das Wort und das, was es zum Ausdruck bringt, geehrt. Es wird auch der geehrt, an den es gerichtet ist, und es wird schließlich der geehrt, der dem Menschen die Mächtigkeit der Sprache gegeben hat. Die zur Kunst gestalteten Worte erhalten zudem eine besondere Wirkung, die im Leser Freude auslösen kann.“ Erläutert Br. Athanasius dieses Projekt.

Das Seminar ist alles andere als erfolgsorientiert aufgebaut, das Leben mit den Brüdern in der Abtei spielt dabei auch eine große Rolle. „Es gibt nur wenige Klöster in Deutschland, die ein Mitleben erlauben. Die Teilnehmerinnen beten nicht nur gemeinsam mit den Brüdern, sondern auch die Mahlzeiten finden mit ihnen im Refektorium der Abtei statt und das setzt Kräfte frei“, erläutert d´Orsey dieses Seminar. „Ziel ist die Wegfindung, nicht das Ergebnis zählt.“

„Ich möchte das „D“ noch mal üben und der Abstand stimmt noch nicht, vielleicht nehme ich mir auch mal die dünnere Feder.“ schildert eine Teilnehmerin ihre Arbeit. Sie ist froh hier in Trier diesen Kurs machen zu können. Man müsse sonst in den Taunus, nach Belgien, Frankreich oder in die Niederlande fahren um dieses Wissen vermittelt zu bekommen.

In diesem Jahr sind weitere Kurse geplant, an diesem Ort, an dem weltbedeutende Handschriften schon vor mehr als 1000 Jahren entstanden sind. Dann stehen weitere mittelalterliche Schriften auf der Agenda.

 

Termine 2016:

Fr. 8. - So. 10. April

Kalligraphie als Auszeit

Cancellaresca, eine italienische Schreibschrift des Quatrocento

 

Fr. 11. - So. 13. November

Kalligraphie als Auszeit

Gotische Schriften 1148 – 1500

Anmeldung und Bitte um weitere Informationen unter: gaesteempfang@abteistmatthias.de

 

06.01.2016 09:31 Alter: 2 Jahre