Aktuelle Meldung

Hier können Sie die aktuelle Meldung der Benediktinerabtei St. Matthias in ganzer Länge lesen.
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„Du schaffst meinen Schritten weiten Raum"

Bruder Valerius feierte in St. Matthias seine Goldene Profess

50 Jahre ist es her, dass Bruder Valerius Boesen OSB in den Orden der Benediktiner in St. Matthias in Trier eingetreten ist – mit dem festen Wunsch sein ganzes Leben lang Gott zu dienen und sein Leben Gott anzuvertrauen. Er stammt von der Obermosel und hat sein Leben lang als Schreiner gearbeitet, bis 1997 als Leiter des klostereigenen Betriebes in Trier, und auch jetzt noch bei den verschiedenen Schreinerarbeiten, die in der Abtei anfallen. Diese 50 Jahre feierten seine Mitbrüder, seine Freunde und Verwandten mit ihm am 1. Advent in der Basilika von St. Matthias.

„Mönche sind keine besseren Menschen, aber sie sind Menschen, die sich immer wieder gegenseitig daran erinnern und daran erinnern lassen, dass sie gut dran sind, weil sie eine Hoffnung haben.“ sagte Abt Ignatius in seiner Ansprache in der Kirche. „Jeden Morgen beginnen wir mit dem Psalmwort: Herr, öffne meine Lippen, damit mein Mund dein Lob verkünde. Gleich zu Beginn des Tages rufen wir in Erinnerung, dass da ein Gott ist, der für uns da ist und das große Ja zu uns spricht – heute, jetzt, diesen Tag und am jüngsten Tag derart, dass er uns sich selbst als Ja gibt.“ Und mit genau diesem Wissen und Glauben hat Bruder Valerius in den vielen Jahren in der Abtei mit seinen Brüdern gelebt.

Mit seinem Spruch zum Professjubiläum drückt Bruder Valerius daher all das aus, was ihn in den vergangenen Jahren begleitet hat: „Du schaffst meinen Schritten weiten Raum.“ - Diese Zeile ist auf dem Professstab eingraviert, der all die Jahre auch sein Pilgerstab war.

„Ich vergleiche mein monastisches Leben hier im Kloster mit einem Pilgerweg – mit Freude macht man sich auf den Weg, es ist schon mal heiß, man ist auch müde, man will auch schon mal aufgeben, dann ruht man über Nacht und am nächsten Tag sieht die Welt schon wieder ganz anders aus und man geht mit Freude weiter und am Ende des Lebens wird man erwartet von einem gütigen Vater, der einem entgegenkommt. Dieser Gedanke kam mir erstmals 1999 auf einer Etappe auf dem Jakobsweg. Vielleicht klappt es ja 2016, dass ich noch mal Richtung Santiago gehen kann - mit der Pfarrei, in kleinen Etappen.“ beschreibt Bruder Valerius sein Leben als Mönch, das ihm auch viele Möglichkeiten eröffnet hat.

Heute kümmert sich der 84-Jährige neben vielen anderen Tätigkeiten um das Mattheiser Lapidarium, die Sammlung und die Kartierung der vielen behauen Steine, die sich auf dem weitläufigen Gelände befinden. „Meine Liebe zu den Steinen ist durch die Arbeiten von Bruder Petrus entstanden.Wenn man an einem solch geschichtsträchtigen Ort wie hier bei uns lebt, kommt das fast von selbst, man entdeckt immer wieder etwas neues. Und damals nach der Trienalprofess hat mich vor 50 Jahren Abt Laurentius als Gasthörer an die Uni geschickt. Da standen auch Exkursionen nach Ravenna, Monza, Pavia, Verona, Mailand und Rom auf dem Programm – da habe ich viel gelernt. Das alles hätte ich nicht machen können, wenn ich nicht Mönch geworden wäre.“ erzählt Bruder Valerius. So interessieren ihn heute besonders die Kapitelle des Bildhauers Willi Hahn im Kreuzgang und all die anderen Kunstschätze, die es in St. Matthias gibt.

Und wenn das Wetter und die Zeit es zulassen wird man ihn auch zukünftig bei seinen sportlichen Hobbys rund um die Abtei treffen können. „Einmal pro Woche schwimme ich 800 m im Hallenbad, zweimal gehe ich walken bis zum Estricher Hof Richtung Konz und zurück und zweimal fahre ich mir dem Rad entweder nach Kanzem an der Saar oder nach Wasserbillig an der Mosel.“

 

 

29.11.2015 19:05 Alter: 2 Jahre