Aktuelle Meldung

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"Honorare omnes homines. Alle Menschen ehren“

Am 11. Juli feierten wir das Fest unseres Ordensgründers, des Hl. Benedikts von Nursia

Der Gedenktag bezieht sich auf die Übertragung seiner Gebeine am 11. Juli 673 in die Benediktinerabtei Fleury (heute St.-Benoît-sur-Loire) bei Orléans. Die Gemeinschaft des Hl. Benedikt und seine Regel wurden zum Vorbild für viele Klöster auf der ganzen Welt. Er hat die geistige Entwicklung Europas für Jahrhunderte geprägt.

Der Abt von Montecassino, wurde im Jahr 1964 von Papst Paul VI. zum Patron Europas er-nannt. „Damals war das programmatisch, nach vorne gedacht. Im Jahr 2018 ist es auf andere Weise aktuell,“ betonte Abt Ignatius in seiner Predigt am Mittwochvormittag: „Wenn man heute an Europa denkt, kann kann man den Eindruck haben, dass Europa, wenn nicht von allen, so doch von vielen guten Geistern verlassen ist und dass Europa ein guter Geist nottut. Einstellungen und Forderungen früherer Zeiten feiern erschreckende Urständ. Nationalisti-sche, völkische, rassistische, antisemitische Stimmen werden laut. Hetze und Hass scheinen en vogue in allen Gesellschaftsschichten.

Benedikt der Patron Europas. Neben anderen ist eine Weisung seiner Regel besonders aktuell. Im 4. Kapitel, dem Kapitel über „Die Werkzeuge der geistlichen Kunst“, heißt es in Vers 8: „Honorare omnes homines. Alle Menschen ehren.“

Alle Menschen ehren. Benedikt hat seine Textvorlage verändert. Da stand ursprünglich das vierte Gebot des Dekalogs: „Du sollst Vater und Mutter ehren.“ Benedikt negiert das nicht. Er weitet aus, denkt es sozusagen zu Ende. Die Ehre, die den Eltern gebührt, denen, die ins Le-ben gebracht und zum Leben geholfen haben, diese hohe Ehre gebührt, so Benedikt, im Grun-de allen Menschen, weil sie in den Augen Gottes gleichen Wert und gleiche Würde haben.

„Honorare omnes homines. Alle Menschen ehren.“ Angesichts der Asyldebatte, angesichts der unsäglichen Not, der Menschen die wegen Krieg und Hunger auf der Flucht sind, ange-sichts der ungerechten Weltwirtschaftsordnung ist das eine herausfordernde Weisung. „Hono-rare omnes homines. Alle Menschen ehren.“

Wer soll sie beherzigen? Die Politiker und Politikerinnen Europas. Die da oben, die in Brüssel und Berlin. Aber nicht nur die anderen. Auch wir.

Benedikt hat seine Regel für die Mönche seines Klosters geschrieben. Im Alltagsleben setzt er an. Vor Ort, im unmittelbaren Lebensumfeld. Da, wo wir leben. Mit den Menschen, mit denen wir leben. Benedikt meint uns.

Drei Worte. Ein Lebensprogramm. Ein Programm für Europa.

„Honorare omnes homines. Alle Menschen ehren.“

 

12.07.2018 11:47 Alter: 7 Tage

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