Aktuelle Meldung

Hier können Sie die aktuelle Meldung der Benediktinerabtei St. Matthias in ganzer Länge lesen.
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Karl Peter Böhr (1925 – 2017)

Am 27. April 2017 ist Karl Peter Böhr gestorben.

Über Jahrzehnte hin hat er als zuständiger Architekt St. Matthias maßgeblich gestaltet. Der folgende Artikel erschien anlässlich seines neunzigsten Geburtstags im Mattheiser Brief. In Dankbarkeit und zur ehrenden Erinnerung sei er an dieser Stelle veröffentlicht:

 

Dankesgruß

 

Architekt Karl Peter Böhr wird selbst sicher am meisten verwundert sein, sich im Mattheiser Brief wiederzufinden. Im Sommer ist er 90 Jahre alt geworden. Für uns Mönche ist das ein Anlass, ihm von Herzen zu danken: seinem unermüdlichen und beharrlichen Engagement und seiner einfühlsamen Gestaltungskraft verdanken wir, dass Basilika und Bering von St. Matthias zu einem Ensemble geworden sind, das seine sammelnde Kraft wiedergefunden hat, anzieht und einlädt.

1983 hat er mit seinem Büro das alte Gerichtshaus zwischen den beiden Toren zum Freihof bezogen. Der kurze Weg zur Baustelle hat nicht nur dem Fortgang der Arbeiten gut getan, sein täglicher Blick auf den lange Zeit verwahrlosten Hof, der noch die Kennzeichen der Besitzgrenzen aus von Nell’scher Zeit trug, hat in ihm die Konzeption des in seinen Proportionen und Materialien stimmigen Architekturplatzes entstehen lassen, der dem Eintretenden unmittelbar das Empfinden gibt, dem Lärm entkommen und in einen Bereich gesammelter Stille eingetreten zu sein.

Oft und gerne habe ich ihn in seinem Büro aufgesucht; Ideen und Pläne haben wir miteinander diskutiert, verworfen oder verändert. Fast alles in St. Matthias - und auch auf der Huysburg übrigens - trägt seine Handschrift. In den nicht immer leichten Verhandlungen mit der Baukommission und den unterschiedlichen Instanzen der Denkmalpflege hat er immer wieder einen Weg gefunden, die Umsetzung der Interessen der Bauherrengemeinschaft zu erreichen. Der größte Verhandlungserfolg war sicher die Erlaubnis, der Krypta mit den Gräbern der ersten beiden Trierer Bischöfe wieder ihr ursprüngliches Maß zurückzugeben und der Memoria des Apostels Matthias einen würdigen Platz zu schaffen. Seine Gabe, Künstler für St. Matthias zu engagieren und zu begeistern, hat den Brunnen auf dem Freihof (Franz Moog) entstehen lassen, die Ergänzung des Kreuzfensters im Hochchor und die Fenster in der Krypta (Günter Grohs), die Tore zum Freihof (Klaus Unterrainer) und das Relief über seinem Eingangstor(Christoph Anders), die Fassung des Kreuzreliquiars (Klaus Veit), das Fenster der Sakramentskapelle (Robert Köck) und anderes mehr...

All das verdanken wir seiner Gabe, mit Vorgefundenem kreativ umzugehen, seiner Liebe zu diesem Ort und nicht zuletzt seiner persönlichen Nähe zur benediktinischen Glaubens- und Lebensweise, die in seiner Jugend von Maria Laach, besonders durch P. Theodor Bogler grundgelegt wurde. Seine Verbundenheit mit diesem Ort hat immer wieder auch konkreten Ausdruck gefunden: die kleine Glocke im Turm der Quirinuskapelle, das Fenster in der Sakramentskapelle und auch den Corpus des Kreuzes in der Krypta (Gertrud Cammin) hat er uns zugedacht.

Auch wenn er vor einigen Jahren die Verantwortung für St. Matthias an seinen Nachfolger im Büro, Herrn Architekt Karl Feils, abgegeben hat - als engagierter Gesprächspartner und treuer Freund bleibt er uns spürbar verbunden.

PAX ET BONUM – so steht es an seiner Haustüre. Das ist auch unser Wunsch für ihn. In Dankbarkeit und stellvertretend für die ganze Gemeinschaft

Bruder Ansgar (Oktober 2015)

 

25.05.2017 11:40 Alter: 151 Tage