Ökumene

Zur Zeit des Konzils machte Abt Laurentius das ökumenische Anliegen zu einem besondern Engagement der Gemeinschaft. Besonderer Schwerpunkt war etwa 20 Jahre lang der anglikanisch-katholische Dialog. für die Arbeit in diesem Bereich war Bruder Johannes schwerpunktmäßig freigestellt; Abt Laurentius und sein Nachfolger, Abt Athanasius, waren beauftragte Berater der Deutschen Bischofskonferenz für anglikanische Fragen; sie arbeiteten beide auch im Deutschen Ökumenischen Studienausschuss (DÖSTA) mit.

Von Anfang an spielte jedoch auch der Kontakt mit den evangelischen Bruderschaften und Kommunitäten eine wichtige Rolle. Besonderes Gewicht hatte dabei die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Michaelsbruderschaft sowie mit der Internationalen Ökumenischen Gemeinschaft (IEF). Die Partnerschaft mit der anglikanischen Gemeinschaft von der Auferstehung (Community of the Resurrection) in Mirfield hat sich in mehr als vier Jahrzehnten bis heute vertieft; insbesondere mit Fr. Christopher Lowe CR (+ 2001) haben wir in vielen ökumenischen Projekten zusammengearbeitet.

Bei den von ihm angeregten ökumenischen Treffen für Kommunitäten, Orden und Bruderschaften im Osten und Westen Deutschlands bzw. Europas haben Bruder Athanasius und Bruder Johannes von ihrem Anfang 1975 an mitgewirkt; für unser fortdauerndes Engagement im Rahmen von „Christophorus“, wie sich das aus diesen Treffen erwachsene ökumenische Netzwerk nennt, hat Bruder Simeon seit Herbst 2009 die Verantwortung übernommen.

Bruder Johannes arbeitete nebenamtlich als Ökumenereferent des Bistums im Generalvikariat mit sowie in der Ökumenischen Bistumskommission. Auch auf die pastorale Arbeit in der Pfarrei wirkte sich die ökumenische Einstellung aus, insbesondere beim „Ökumenischen Gemeindetag am Weiher“ 1995, dessen Nachwirkungen im Miteinander der Gemeinden bis heute spürbar sind.

Der allgemeinen Entwicklung entsprechend ist Ökumene gegenwärtig auch bei uns eher Sache einer allgemeinen Grundeinstellung. Sie zeigt sich in der Gestaltung unserer Gottesdienste wie auch in der Gastfreundschaft, die von manchen Gruppen aus dem evangelischen Raum, z.B. für Fortbildungsveranstaltungen evangelischer Pfarrer, regelmäßig in Anspruch genommen wird.

Seit der Wende im Jahre 1989 ist eine andere Herausforderung für uns in den Vordergrund getreten, die sich allen Christen gemeinsam stellt: aufgrund der Fusion mit der Gemeinschaft auf der Huysburg sehen wir uns unmittelbar durch die missionarische Situation der Kirche in den neuen Bundesländern in Anspruch genommen. Aber auch in unserem Trierer Umfeld werden wir zunehmend angefragt, wie Glaube in einer der Kirche entwachsenen Gesellschaft gelebt und bezeugt werden kann.

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