Das 17. und 18. Jahrhundert

Wie im Jahre 1552 durch den Raubzug des Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, so wird St. Matthias auch im 17. Jahrhundert durch den 30jährigen Krieg und später durch die Franzosenkriege sehr mitgenommen.

An der erst sehr bescheidenen, aber zur Jahrhundertwende hin wachsenden und im 18. Jahrhundert erheblichen Unternehmungslust auf baulichem und künstlerischem Gebiet zeigt sich eine Festigung des klösterlichen Wirtschaftslebens. In dieser Zeit entstanden die barocken Portalvorbauten der Kirche. Nach einem Brand im Jahre 1783, die die Kirche ihrer Dächer und Turmhelme beraubte, erhielten die Türme durch eine klassizistische Bekrönung ihre von nun an charakteristische Gestalt. Der Innenraum wird mit Arbeiten in Holz und Marmor aufwendig ausgestattet. Die wissenschaftliche Betätigung in diesem Zeitraum wird durch die Verbindung mit der Trierer Universität angeregt - die Äbte erscheinen häufig als Rektoren -, und erstreckt sich neben pastoral-praktischer und monastischer Zielsetzung vor allem auf die Hausgeschichte, bleibt aber insgesamt in bescheidenem Rahmen. Einige Mönche sind in anderen Klöstern der Bursfelder Kongregation als Lehrer tätig.

Die Aufhebung des Klosters 1802

Freihof und Kirche um 1900

Schon seit der Jahrhundertmitte kommt es zu Schwierigkeiten zwischen Abt und Konvent. Abt Andreas Welter wird 1783 bei einer Visitation seines Amtes enthoben und lebt von da an meist in der Propstei Benrath. Die Leitung der Abtei liegt bis zur Aufhebung beim Prior. Ein zentralistischer Säkularisationsplan, der vom Bistum ausgeht und einer pastoralen Neuordnung unter Einbeziehung der Ordensgeistlichen dienen soll, kommt nicht zur Durchführung. In der französischen Revolution nehmen die Mönche nach anfänglicher Flucht (1794) das gemeinsame Leben im heutigen Pfarrhaus wieder auf, bis 1802 der endgültige Schlussstrich unter das Ordensleben auf dem linken Rheinufer gezogen wird.

Aller Besitz und das Inventar werden 'unter die Hand der Nation gestellt'. Bei den anschließenden Verkäufen ersteigert der Kaufmann Christoph Philipp Nell das Quadrum mit den anschließenden Gebäuden und einen Großteil des alten Grundbesitzes. Auch der Platz vor der Kirche wird durch eine Mauer geteilt, der nördliche Teil fällt an die Pfarrei, der südliche gehört zum Nell'schen Besitz. Das Haus wird in der Folgezeit zur einen Hälfte als Wohnhaus zur anderen Hälfte für landwirtschaftliche Zwecke genutzt und bleibt so weitestgehend erhalten. Die Mönche beziehen vom Staat eine kleine Rente und wenden sich größtenteils anderen Aufgaben zu. Der letzte Mönch stirbt 1837.

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