Noviziat

Mönch wird man nicht von heute auf morgen; einer solchen Entscheidung geht vielmehr eine längere Zeit der Prüfung voraus. Sie gliedert sich bei uns in drei Teile: in die Kandidatur, das Noviziat und das Triennat.
 
Die Kandidatur dient dazu, die Ideen des Mönchtums und die Lebensweise in St. Matthias erst einmal näher kennen zu lernen. Sie dauert in der Regel ein bis zwei Jahre. Der Kandidat kommt in regelmäßigen Abständen nach St. Matthias, spricht mit dem Novizenmeister (Magister) und nimmt in diesen Tagen am Leben der Gemeinschaft teil. Am Ende der Kandidatur steht die Entscheidung, ob der Kandidat das Noviziat in St. Matthias beginnt. Die letzten drei Monate verbringt er dann zur Eingewöhnung bereits ganz in der Abtei.

Das Noviziat dauert bei uns ein Jahr. Der Novize lebt den Tagesplan der Gemeinschaft fast vollständig mit. Allerdings ist er von jeder Tätigkeit in Ausbildung und Beruf freigestellt. Seine Arbeitszeit dient ihm dazu, sich mit Mönchtum und Theologie vertraut zu machen. Dafür erhält er einen regelmäßigen Unterricht durch andere Brüder. Außerdem hat er einmal pro Woche ein Gespräch mit dem Magister, in der er seine gegenwärtige Situation mit diesem bespricht. An den Werktagen ist halbtags Mitarbeit in einem Tätigkeitsbereich der Abtei vorgesehen. In der Regel handelt es sich um Handarbeit.

Eine Profess-Urkunde aus dem Jahr 1927 mit den Wahrzeichen des Hauses: die Heiligen Benedikt, Eucharius und Matthias, sowie das "Mattheiser Gnadenbild".

Am Ende des Noviziates können sich der neue Bruder und die Gemeinschaft vorläufig für drei Jahre aneinander binden. In diesem sogenannten Triennat wird der Unterricht z.T. fortgesetzt, ebenso das Gespräch mit dem Magister. Der neue Bruder wird nun jedoch stärker an den Beratungen und Gesprächen der Gemeinschaft beteiligt. Er übernimmt selbständig Aufgaben und Dienste oder setzt seine berufliche Ausbildung fort.

Die endgültige Bindung auf Lebenszeit erfolgt nach Ablauf des Triennats in der Feierlichen Profess.