Gemeinsame Verantwortung

Die gemeinsame Verantwortung für das Gelingen unseres Lebens drückt sich aus in den Versammlungen der Gemeinschaft und vor allem auch im Dienst des Abtes

Versammlungen

Der Kapitelsaal, Ort offizieller Versammlungen der Gemeinschaft, z.B. Gesangssübungen, tägliche Arbeitsbesprechung, Einkleidung von Novizen oder Wahl des Abtes; aber auch Ort der Aufbahrung eines verstorbenen Bruders.

Für die Entwicklung der Gemeinschaft sind ihre Versammlungen wichtig. Da gibt es bei uns einmal die Konventssitzungen, in denen wichtige gemeinsame Belange besprochen und entschieden werden. Dann finden Vorträge und Gespräche über Fragen unseres religiösen Lebens oder Aussprachen über die Gestaltung unseres Alltags statt. Auch zum Einüben von Gesängen für den Gottesdienst (Cantus/Statio) finden wir uns zusammen. Schließlich sprechen wir einmal in der Woche untereinander über Fragen des persönlichen Lebens und über unsere Beziehungen untereinander. Durch die aktive Beteiligung an diesen Versammlungen kommt die gemeinsame Verantwortung für unser Leben zum Ausdruck. Auf der Suche nach Lösungen und Entscheidungen üben wir uns darin, nicht unbedingt eigene Interessen und Vorstellungen durchzusetzen, sondern im Hören aufeinander Gottes Willen zu erspüren. Für die Zusammenkünfte stehen uns zwei bis drei Stunden pro Woche und gelegentlich auch die Nachmittage eines Wochenendes zur Verfügung.

Der Abt

Er hat die Aufgabe und ist dafür freigestellt, Anwalt des Evangeliums in der Gemeinschaft zu sein. Er soll ganz besonders darauf achten, dass der einzelne Mönch, aber auch die Gemeinschaft als Ganze auf dem Weg der Nachfolge Jesu verbleibt. Dazu spricht er häufig mit den einzelnen Brüdern und hält regelmäßig Ansprachen an die Gemeinschaft. Im Alltag trifft er die vielen kleinen Entscheidungen, die für das Funktionieren des Gemeinschaftslebens notwendig sind. Außerdem vertritt er die Gemeinschaft nach außen. Wir wählen unseren Abt auf eine Zeit von acht Jahren. 

Gütergemeinschaft

Nach dem Vorbild der christlichen Urgemeinde haben wir alles gemeinsam. Das bedeutet, dass die Dinge, die der Bruder in persönlichem Gebrauch hat, z.B. die Einrichtung seines Zimmers, ihm nur zur Benutzung anvertraut sind, ihm aber nicht gehören. Viele Sachen benutzen wir auch gemeinsam, z.B. die Autos und die Zeitungen. Alle, auch persönliche Einnahmen fließen in eine Kasse. Wenn ein Bruder Geld braucht, etwa für den Kauf von Kleidung, so erhält er dies. Außerdem kann sich jeder einen kleinen Betrag als Taschengeld in der Verwaltung abholen. Dabei gilt der Grundsatz, dass nicht allen die gleiche Summe zugeteilt wird, sondern dass jeder soviel bekommt wie er braucht. Hier ist jeder Einzelne in die Verantwortung gerufen - sowohl für das gemeinsame Vermögen, als auch für die eigene Anspruchslosigkeit.

Zur Gütergemeinschaft gehört auch, dass wir unsere Ausgaben gemeinsam planen. Dazu wird jährlich ein Haushaltsplan aufgestellt und vom Konvent verabschiedet.

Unsere materielle Lebensgrundlage bilden die Gehälter aus der Arbeit des Einzelnen; von ihnen bestreiten wir die Lebenshaltungskosten. Außerdem hat die Abtei noch Grundvermögen, das in Pacht und Erbpacht vergeben ist. Der Zins wird dafür verwendet, die Kosten für den Unterhalt der Gebäude und ihre Bewirtschaftung zu decken. Stiftungen und Spenden verwenden wir für die kirchlichen und sozialen Tätigkeiten unserer Gemeinschaft.