Der Beginn der benediktinischen Zeit

Die bestehende Gemeinschaft übernahm um 977 die Benediktsregel und erhielt zur Unterstützung einen Abt aus Gent. Über die Verfassung und Zusammensetzung der Gemeinschaft vor dieser Zeit gibt es nur spärliche Hinweise. Nun begann das Leben "unter Regel und Abt" und die Gemeinschaft bestand als benediktinische Abtei bis 1802.

Bereits seit den spätantiken Ursprüngen war die Gemeinschaft dem Bischof und späteren Erzbischof von Trier unterstellt und blieb dies auch bis zu ihrer Aufhebung. Die Förderung, aber auch die Eingriffe von dieser Seite geschahen meist zum Wohle des Konventes, doch dienten sie auch der Aufwertung des Trierer Bischofssitzes.

Ende des 10. Jahrhunderts entstand anstelle des sehr verfallenen Gebäudes ein Neubau, die sogenannte "Egbert-Kirche" (Erzbischof Egbert 977-993). Der westliche Teil der Krypta mit seinem einfachen Gewölbe und den vermutlich antiken Marmorteilen in den Säulen geht auf diese Zeit zurück.

Wirtschaftliche Grundlage und erste Blüte

Ansicht um 1649, nach Stich von Merian
Ansicht um 1649, nach Stich von Merian

In den folgenden Jahrhunderten mehrten sich Schenkungen und Stiftungen und ergänzten den vor 1000 erworbenen Besitz. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts war die grundlegende Struktur des Besitzes erreicht, der Wohlstand und Einkommen der folgenden Jahrhunderte sichern sollte. Entsprechend der mittelalterlichen Wirtschaftsordnung handelte es sich dabei um ein verwirrendes Geflecht von Rechten und Pflichten in den Grundherrschaften und den unterschiedlichsten Lehens- und Fronformen. Der ausgedehnte Besitz erstreckte sich von Etain in Lothringen bis Villmar an der Lahn in südwestlich - nordöstlicher Richtung etwa dem Mosel- und Lahntal entlang; die Abtei selbst nahm darin ungefähr die Mitte ein. Wurde der Besitz in den folgenden Jahrhunderten auch immer wieder neuorganisiert und bedurfte es häufig der Sicherung gegen Übergriffe von Seiten anderer, so blieb die feudale Grundstruktur doch bis zur Aufhebung bestehen.

Altarraum u. Chor mit Matthiasaltar von 1927 und neugotischem Hochaltar von 1909

Der umfangreiche Besitz und die aus ihm erworbenen Einkünfte bildeten die wirtschaftliche Grundlage für ein geistliches und kulturelles Aufblühen des Klosters. Neben dem bereits erwähnten Neubau der Kirche äußerte sich diese Blüte in Baumaßnahmen am Kloster, in einer stets wachsenden Bibliothek, einer reichen Ausstattung der Sakristei und einer beginnenden literarischen Tätigkeit. So entstand u.a. das Historienwerk der "Gesta Treverorum" ("Die Taten der Trierer"), die in einer ersten Fassung um 1100 vorlag und bis heute ein wichtiges Studienobjekt für die Trierer Geschichte darstellt.

Durch Gründungen und gegenseitige Hilfeleistungen bildeten sich lockere Klosterverbände. Stand die Abtei zunächst stärker den regional gebundenen Klöstern in Trier und Lothringen nahe, gelangte sie Anfang des 12. Jahrhunderts unter hirsauischen Einfluss, einer überregionalen Reformbewegung innerhalb des Ordens (benannt nach der Abtei Hirsau im Schwarzwald).

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